Fledermausschutz

Großer Abendsegler (Foto: S. Fuchs)
Großer Abendsegler (Foto: S. Fuchs)

Die Aktionsgruppe Fledermausschutz des NABU Emsland-Mitte hat sich aus einer Kreisgruppe und einer vereinsübergreifenden Gruppe aus Fledermausexperten und -schützern gebildet. Diese haben sich 2010 zusammengeschlossen, um im Emsland und in der Grafschaft Bentheim die Erfassung der einzelnen Arten voranzubringen sowie die Bestandsdichte der einzelnen Arten zu bestimmen. In der bisherigen Arbeit wurden insgesamt dreizehn Fledermausarten nachgewiesen, darunter Arten, die erstmalig im Emsland festgestellt wurden wie das Große Mausohr, die Bechsteinfledermaus oder die Kleine Bartfledermaus. Sowohl Sommer- wie auch (die selteneren) Winterquartiere werden fachmännisch betreut und, wenn möglich optimiert.

 

Breitflügelfledermäuse (Foto: S. Fuchs)
Breitflügelfledermäuse (Foto: S. Fuchs)

Bei den Fledermäusen werden allgemein gebäude- und baumbewohnende Arten unterschieden. Gebäudebewohner sind bei uns z. B. Zwergfledermaus, Breitflügelfledermaus und Braunes Langohr. Bei der Erfassung der Arten sind wir insbesondere auf die Mithilfe von Hausbesitzern angewiesen, die uns über "ihre" Fledermäuse informieren. Das können Einzelquartiere sein, aber auch sogenannte Wochenstuben, wo die Weibchen sich zusammengeschlossen haben, um ihre Jungen großzuziehen.

Brunes Langohr (Foto: S. Fuchs)
Brunes Langohr (Foto: S. Fuchs)

Alle Quartiere sind gesetzlich geschützt und dürfen nicht beeinträchtigt oder gar zerstört werden. Daher kommt dem Erhalt und der Betreuung der Quartiere eine besondere Bedeutung zu.

Wir beraten auch Hausbesitzer, wie sie im Rahmen von Renovierungsarbeiten Quartiere erhalten können oder wie sie ihr Haus fledermausfreundlicher gestalten können. Wir stellen auch künstliche Spalten- oder Höhlenquartiere bereit bzw. hängen sie auf, um den Tieren zusätzliche oder neue Quartiermöglichkeiten zu verschaffen. Oft werden Hausbesitzer erst durch Kotfunde auf die Anwesenheit der Tiere aufmerksam. Sie können uns telefonisch (05907) 94 71 50 erreichen; oft wird dann ein Begehungstermin vereinbart. In der Regel machen wir dann eine Ausflugszählung und versuchen mit sogenannten Bat-Detektoren, die die Ultraschallrufe der Fledermäuse in hörbare Laute umwandeln, die Art zu bestimmen. Auch durch die mikroskopische Analyse des Kots ist es möglich, eine Art zu bestimmen. Hierzu ist aber eine ausreichende Menge des Fledermauskots (ca. 50 Pellets) erforderlich. 

Zwergfledermaus (Foto: S. Fuchs)
Zwergfledermaus (Foto: S. Fuchs)

Weiterhin leisten wir Aufklärungsarbeit, wollen die allgemeine Akzeptanz erhöhen und auf diese Weise den Erhalt und die Optimierung des Quartiers unterstützen. Auch wenn tote, verletzte oder geschwächte Tiere gefunden werden, ist dies für uns von besonderer Bedeutung. Mitglieder unserer Gruppe verfügen über das Fachwissen und die Erfahrung, körperlich geschwächte Tiere wieder aufzupäppeln und gesund zu pflegen. Im positiven Fall kann eine Fledermaus dann wieder an ihrem Fundort erfolgreich ausgewildert werden. Verletzte Tiere können im Zoo Nordhorn sogar operiert werden. Jedes Jahr führt unsere Aktionsgruppe im Rahmen der Europäischen Bat-Night mehrere Fledermausexkursionen im mittleren Emsland durch. Auch kommen wir immer wieder gerne Anfragen von Schulen oder Jugendherbergen nach, Fledermausaktionen durchzuführen. Insbesondere für Kinder ist es sehr spannend, selbst einen Ultraschalldetektor in der Hand zu halten und so einzustellen, dass die nicht hörbaren Jagdrufe der vorbeifliegenden Fledermäuse gehört werden können. Bei diesen Veranstaltungen wird auch über die spannende Lebensweise der nächtlichen Insektenjäger berichtet. Wir freuen uns natürlich über alle Interessenten, die uns bei unserer Arbeit unterstützen möchten.

 

Akute Hilfe bei Fledermäusen:

Telefon: 0151-15902708